Am vergangenen Dienstag stand für den 9. Jahrgang der GOBS Friedrichsfehn ein ganz besonderer Schultag auf dem Programm: Im Rahmen der praktischen Berufsorientierung waren zahlreiche Betriebe und Institutionen aus der Region zu Gast, um den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Berufsfelder und vor allem Ausbildungsberufe näherzubringen.
Dabei ging es ausdrücklich nicht nur darum, Informationen über Berufe zu erhalten. Die Jugendlichen konnten selbst ausprobieren, Fragen stellen, mit Fachleuten ins Gespräch kommen und erleben, wie vielfältig die beruflichen Möglichkeiten nach dem Schulabschluss sind. Dieses besondere Format der Berufsorientierung ist in dieser Form im Ammerland einmalig und zeigt, warum die GOBS Friedrichsfehn das Gütesiegel Weser-Ems „STARTKLAR für den Beruf“ trägt, mit dem Schulen für eine herausragende und praxisnahe Berufsorientierung ausgezeichnet werden.
Viele Wege führen zu einem Produkt
Bei CEWE Color erfuhren die Schülerinnen und Schüler, wie viele unterschiedliche Berufe daran beteiligt sind, bis beispielsweise ein fertiges Fotobuch beim Kunden ankommt. Schnell wurde deutlich, dass hinter einem solchen Produkt weit mehr steckt, als man zunächst vermuten würde. Vorgestellt wurden unter anderem Tätigkeitsfelder aus den Bereichen Medien, Fotografie, Lagerlogistik, Informatik, Büromanagement und Industrie. Damit erhielten die Jugendlichen einen guten Eindruck davon, wie unterschiedlich die Aufgaben innerhalb eines großen Unternehmens sein können und wie viele verschiedene Ausbildungswege dort zusammenkommen.
Moderne Technik statt alter Berufsbilder
Praktisch wurde es auch bei Weber & Reil. Das Unternehmen zeigte anschaulich, wie modern und vielseitig der Beruf des Anlagenmechanikers heute ist und räumte dabei gleichzeitig mit manchem veralteten Bild des früheren „Gas-Wasser-Installateurs“ auf. Neben den eigentlichen Tätigkeiten und technischen Anforderungen des Berufes lernten die Schülerinnen und Schüler auch die Rahmenbedingungen einer Ausbildung kennen. Informationen zu Arbeitskleidung, zusätzlichen Leistungen und weiteren Angeboten des Unternehmens machten deutlich, dass bei der Wahl eines Ausbildungsplatzes neben dem Beruf selbst auch das Arbeitsumfeld eine wichtige Rolle spielen kann.
Kreativität und Gestaltung im Berufsalltag
Dass auch kreative und gestalterische Fähigkeiten in der Arbeitswelt gefragt sind, konnten die Jugendlichen bei Leffers erleben. Verschiedene praktische Aufgaben ermöglichten es ihnen, selbst aktiv zu werden und einen Eindruck davon zu gewinnen, welche Rolle Gestaltung, Präsentation und Kreativität im beruflichen Alltag spielen können. Auf diese Weise wurde deutlich, dass eine Ausbildung auch für diejenigen vielfältige Möglichkeiten bietet, die gerne Ideen entwickeln, gestalten und mit Menschen arbeiten.
Fassaden, Metall und technische Planung
Bei Haskamp standen unter anderem die Berufsbilder des Metallbauers und des Technischen Systemplaners im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, welche Arbeitsschritte notwendig sind, damit aus einer technischen Idee schließlich ein sichtbarer Teil eines Gebäudes entsteht. Besonders spannend war der Blick auf bereits realisierte Fassadenprojekte des Unternehmens in verschiedenen Städten Deutschlands. So wird mancher Jugendliche künftig möglicherweise mit einem anderen Blick an Gebäuden vorbeigehen – und vielleicht sogar eine Fassade wiedererkennen, deren Entstehung an diesem Tag vorgestellt wurde. Wer weiß: Vielleicht arbeitet in einigen Jahren jemand aus dem aktuellen 9. Jahrgang selbst an einem solchen Projekt mit.
Berufe rund um Gesundheit und Menschen
Auch der medizinische und soziale Bereich durfte an diesem Tag nicht fehlen. Das Evangelische Krankenhaus vermittelte Einblicke in Berufe des Gesundheitswesens und ließ die Jugendlichen verschiedene praktische Tätigkeiten kennenlernen. Unter anderem konnten sie das Blutdruckmessen ausprobieren und einen Verband anlegen.
Ergänzt wurde dieser Bereich durch die Physiotherapieschule. Hier erfuhren die Schülerinnen und Schüler, welche Aufgaben Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten übernehmen und konnten selbst aktiv werden. Das richtige Gehen mit Unterarmgehstützen gehörte ebenso dazu wie das Anlegen eines Kinesiotapes am Knie. Die praktischen Erfahrungen weckten bei einigen Jugendlichen bereits Interesse daran, den Gesundheitsbereich bei einem zukünftigen Praktikum noch genauer kennenzulernen.
Maschinenbau mit internationaler Perspektive
Zum ersten Mal beteiligten sich SEALPAC / von Seggern an der praktischen Berufsorientierung der GOBS. Im Mittelpunkt standen berufliche Perspektiven rund um Maschinenbau und Technik. Mithilfe anschaulicher Beispiele wurde den Jugendlichen gezeigt, welche Aufgaben sich hinter den verschiedenen Tätigkeiten verbergen und welche Fähigkeiten dafür benötigt werden. Gleichzeitig erhielten sie einen Einblick in ein Unternehmen, dessen Maschinen und Lösungen in der Lebensmittelindustrie weltweit eingesetzt werden. Die Mitarbeitenden nahmen sich viel Zeit für die Fragen der Schülerinnen und Schüler und machten technische Ausbildungsberufe unmittelbar greifbar.
Arbeiten mit Pflanzen und großen Maschinen
Auf dem Außengelände präsentierte Heimje die vielseitigen Tätigkeiten in einer Baumschule. Natürlich spielte dabei Pflanzenkunde eine wichtige Rolle – doch schnell zeigte sich, dass der Beruf noch deutlich mehr zu bieten hat. Auch der Umgang mit Maschinen und technischen Geräten gehört zum Arbeitsalltag. Besonders die Möglichkeit, einige dieser Tätigkeiten unmittelbar vor Ort kennenzulernen und selbst Erfahrungen zu sammeln, machte die Station für die Schülerinnen und Schüler besonders anschaulich.
Einblicke in den Polizeiberuf
Auch die Polizei war an der GOBS Friedrichsfehn vertreten und informierte über berufliche Möglichkeiten und Voraussetzungen für einen Einstieg in den Polizeidienst. Die Jugendlichen erfuhren mehr über verschiedene Aufgabenbereiche und Dienstgrade und konnten sich die Ausrüstung für unterschiedliche Einsatzsituationen genauer ansehen. Besonders interessant war für viele die Gelegenheit, Teile der Einsatzkleidung selbst anzuprobieren. Vor allem aber bot die Station Raum für zahlreiche Fragen, die die Schülerinnen und Schüler schon immer einmal einer Polizistin oder einem Polizisten stellen wollten.
Berufsorientierung lebt von Begegnungen
Der Tag zeigte eindrucksvoll, welchen besonderen Wert Berufsorientierung dann erhält, wenn Jugendliche nicht nur über Berufe lesen, sondern Berufswelten unmittelbar erleben können. Persönliche Gespräche mit Ausbilderinnen, Ausbildern und Beschäftigten, praktische Aufgaben und authentische Einblicke helfen dabei, eigene Interessen zu entdecken und möglicherweise erste Ideen für Praktika, Ausbildungsplätze oder den weiteren beruflichen Weg zu entwickeln.
Die GOBS Friedrichsfehn bedankt sich deshalb herzlich bei allen beteiligten Betrieben und Institutionen, die sich die Zeit genommen haben, ihre Berufsfelder mit großem Engagement, viel Praxisbezug und auf Augenhöhe mit den Schülerinnen und Schülern vorzustellen. Ihre Bereitschaft, jungen Menschen solche Einblicke zu ermöglichen, macht diesen besonderen Tag der Berufsorientierung erst möglich.
Ein besonderer Dank gilt außerdem unserer Schulsozialpädagogin Katja Vogt sowie Stefan Schilling, Beauftragter für Berufsorientierung an der GOBS Friedrichsfehn, für die Vorbereitung, Organisation und Begleitung dieses Tages.
Für das leibliche Wohl sorgten Grit Boberg und der Kurs „Profil Gesundheit und Soziales“. Auch ihnen gilt ein herzliches Dankeschön für ihre Unterstützung und ihren Beitrag zu einem rundum gelungenen Tag.
Die GOBS Friedrichsfehn freut sich bereits darauf, auch künftig gemeinsam mit regionalen Betrieben und Institutionen ihren Schülerinnen und Schülern berufliche Perspektiven auf diese besonders praxisnahe Weise näherzubringen.



